Über 155.827 Liebesbeweise

Köln ist keine Stadt, Köln ist ein Gefühl! – So sagt man zumindest. Davon wollte ich mir schon seit langem mal selbst ein Bild machen. Nachdem ich erst meine ehemalige Mitbewohnerin aus Palma, Kathi, einen Besuch abstattete, verschlug es mich sogar innerhalb kürzester Zeit ein zweites mal in die Domstadt. Und zwar ganz im Zeichen der Familie: Die älteste Tochter des Cousins meines Vaters hat VIERlinge bekommen. Ja, du hast richtig gelesen.

Mindestens einmal im Jahr kommt die ganze Familie und Verwandschaft väterlicherseits zusammen, um gemeinsam ein Wochenende zu verbringen. Dieses Mal entschied man sich für Köln – oder besser gesagt: Baby-Watching. Und natürlich ließen wir es uns auch nicht nehmen ein wenig Köln zu besichtigen, die Atmosphäre aufzusaugen und dem „Kölle is e Jeföhl“ auf den Grund zu gehen.


„Home es wo d’r Dom es“

Ich hab mich immer gewundert, warum um den Dom solch ein Tara gemacht wird. Ich muss zugeben, der Dom ist wirklich toll. Sowohl aus der Nähe als auch von der anderen Rheinseite aus betrachtet. Aber: Mich hat das „Home es wo d’r Dom es“-Fieber erst so richtig gepackt, als wir eine Domführung gemacht haben. Ich bin nicht so der Museumstyp – aber diese Führung ist eine der ganz anderen Art, die ich wirklich jedem nur empfehlen kann!

Klar sein sollte: Der Kölner Dom ist einer der bedeutendsten und beeindruckendsten Bauwerke der Welt und die meistbesuchte Sehenswürdigkeit Deutschlands. Rund 20.000 Besucher am Tag (rund 6.000.000 im Jahr) und viele Millionen von begeisterten Menschen von Jahr zu Jahr können sich wohl nicht täuschen…

Nach der Führung sehe ich den Dom allerdings nun mit ganz anderen Augen. Die ganzen Geschichten über seine spannende Baugeschichte sowie über seine zahlreichen wertvollen Glasmalereien und deren Interpretationen aus mehr als 700 Jahren oder über seine Kunstwerke, die ganz andere Seiten des Kölner Doms aufzeigen. Man schaut sprichwörtlich hinter die Fassade und das war einfach nur faszinierend. Und wir hatten Glück mit unserer Führerin, ihre Erzählungen waren so emotional, dass man jedesmal sofort mitlachen musste oder einfach zu Tränen gerührt war.

Alle Domführung sind allerdings anmeldepflichtig, weshalb man sich vielleicht vorher schon informieren und vorab ein Ticket kaufen sollte – und nur registrierter Domführer dürfen die Teilnehmer für eine Stunde durch den Innenraum führen. Die geführten Gruppen werden mit Gruppenführungssystemen (Audio-Geräte mit Kopfhörern) ausgestattet, um die Lautstärke im Dom zu reduzieren. Die Dauer der Domführung ist auf maximal  1 Stunde begrenzt. Bereuen tut man es auf keinen Fall! 


Bevor ich Köln allerdings wieder den Rücken kehre, wollte ich noch eine Sache erledigen: Die Liebesschlösser auf der Hohenzollernbrücke fotografieren! Wer mit dem Zug oder zu Fuß die Hohenzollernbrücke passiert, dem springt nicht nur der Kölner Dom, sondern vor allem tausende kleine und bunte Vorhängeschlösser ins Auge: Verliebte Pärchen haben diese mit Name und Datum beschriftet und an dem Geländer der Brücke angebracht um sich ewige Liebe und Treue zu schwören. Der Schlüssel wird traditionsgemäß gemeinsam in den Rhein geworfen. Der wohl bekannteste Ort an dem Verliebte in Deutschland Ihre Liebesschlösser aufhängen.

Es sollen genau 155.827 Schlösser (Stand Oktober 2013) an der Brücke hängen – und im Schnitt kommen 10 Stück pro Stunde dazu (also circa 7400 pro Monat). 


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