Bamberger Sandkerwa

Bambergs fünfte Jahreszeit: die Sandkerwa. An fünf Tagen im August herrscht im Sandgebiet in der Weltkulturerbestadt Ausnahmezustand. Ursprünglich war die Sandkerwa die Kirchweih-Feier der St.-Elisabeth-Kirche im Sand – mittlerweile erstreckt sich das Festgebiet neben der Sandstraße auch über die umliegenden Gassen, das Regnitzufer bis hin zum Markusplatz. An die 300 000 Besucher jährlich schieben sich an so einem Kerwa-Wochenende durch die engen Gassen der Bamberger Altstadt. Da kann man sich bereits grob vorstellen, wie kuschelig es doch dann in Bamberg wird.

Es ist kurz vor 19 Uhr. Und man muss noch nicht mal in der Nähe der Sandkerwa sein um zu merken, dass die ganze Stadt Kopf steht: Mit meinem Rad fahre ich gemütlich zum Treffpunkt, vorbei an Menschenmassen, die alle in die Stadt strömen. Dennoch ist dieses Jahr zur mittlerweile schon 69. Sandkerwa irgendwie nicht so viel los.

Mit zwei Freundinnen im Schlepptau, Clarissa und Carina – wir kennen uns schon seit der Schulzeit, bahnen wir uns über die Obere Brücke, mit einem kurzen Pizzastop, zum Schlenkerla, mit einem Flammkuchen- sowie anschließenden „Geile-Nuss-Schnaps“-Stopp, weiter durch die Sandstraße in den Stilbruch, wo wir zum ersten Mal „Einhornwixxe“ probierten. Dann ging es weiter zur Elisabethen-Kirche durch die Obere Sandstraße zur Markusbrücke um dann über den Leinritt und einem herrlichen Sonnenuntergangblick auf Klein Venedig wieder zurück zur Monkey Bar zu gelangen. Zu unserer Überraschung fanden wir dort auch gleich ein gemütliches Plätzchen mit einem leckeren Lillet im Schlepptau – für jeden einen versteht sich.

Ich finde, es gibt nichts besseres als mit etwas leckerem zu Trinken, Leute zu beobachten. Und ich kann euch sagen, auf Sandkerwa gibt es einiges zu gucken. Schon allein deshalb lohnt es sich, sich in das Getümmel zu stürzen.

Und überall wohin man schaut, sieht man bekannte Gesichter – so trafen wir auch auf die ein oder andere ehemalige Schulkameradin, Klassentreffen 2.0 sozusagen. Das ist auch das schöne an der Sandkerwa… irgendwie hat man keine Lust auf das Rumgequetsche in den Gassen und das überteuerte Bier, aber sobald man dort ist, findet man es doch so schön, dass man gar nicht mehr gehen will. So verquatschten wir uns und schwelgten in Erinnerungen, dass wir fast die Zeit vergessen hatten.


Höhepunkt der Sandkerwa ist das historische Fischerstechen der Bamberger Schiffer- und Fischerzunft vor der Kulisse Klein-Venedigs, des ehemaligen Fischerviertels an der Regnitz. Das Stechen diente bereits seit dem 15. Jahrhundert der Belustigung des Fürstbischofs und der Bevölkerung. Den Abschluss bildet am Montag um 22 Uhr ein großes Feuerwerk.


Traditionelles Fischerstechen

Seit der zweiten Bamberger Sandkerwa im Jahr 1952 gehört es zum festen Programm: das beliebte Fischerstechen. Es ist eine Mischung aus sportlichem Wettbewerb und Traditionspflege – vor der malerischen Kulisse Klein-Venedigs auf der Regnitz.

Beim Fischerstechen geht es darum, dass zwei Teilnehmer aus gegnerischen Mannschaften auf Booten sich gegenüberstehen und versuchen den Rivalen mit einer gepolsterten Lanze in die Regnitz zu stoßen; wer schließlich baden geht, scheidet aus. Der Sieger kommt eine Runde weiter.


Abschlussfeuerwerk

Selbstverständlich ein Muss: das Grande Finale. Montag abend um 22 Uhr findet immer das große Abschlussfeuerwerk statt, mit musikalischer Untermalung, sodass unweigerlich Gänsehaut vorprogrammiert ist. Ein krönender Abschluss!

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