Pizza Pasta Bella Vita

Mailand, die als gefühllos verschriene Geschäftsstadt, ist ein Ort voller kleiner Geschichten, die einem das Herz erwärmen. Das Problem ist nur: Man muss die Geschichten suchen. Mailand biedert sich nie an, will dich nie verführen, wie es etwa Florenz tut. Mailand kuschelt noch nicht einmal! Für Touristen ist es keine einfache Stadt. Selbst die Italiener rümpfen die Nase über die reichste Metropole ihres Landes. Sie gilt als hässlich, die Leute als unfreundlich und gehetzt.


„Mailand schenkt dir eine Freiheit, die dir keine andere Stadt Italiens bietet. Du kannst hier sein, wer du willst.“

Giorgio Fontana, Italienischer Schriftsteller

Hotel NYX Milan by Leonardo Hotels

Nur wenige Meter entfernt von einem Opernhaus, einer Kathedrale und einem Turm: Das Hotel NYX Milan begrüßt einen im Herzen von Mailand. Das urbane und moderne Hotel befindet sich zudem direkt neben dem Bahnhof Milano Centrale – super Verkehrsanbindungen, falls man mit dem Zug anreisen möchte. Auch das Konzept des NYX Hotels Milan repräsentiert eine neue Hotelgeneration: Ein Hotel, das mehr bietet als eine herkömmliche Unterkunft, denn einheimische Kunst ist die Seele der Stadt. Das NYX integriert diese Besonderheit und präsentiert erstaunliche Kunstwerke großer Mailänder Künstler als Bestandteil des Hoteldesigns. Die Wände der Gänge, des Eingangsbereichs und der Chillout Area werden zur Leinwand. Jedem Künstler wird eine Etage zur Verfügung gestellt, auf der er sein Verständnis der Stadt in Form eines Wandgemäldes darstellen kann. Zu sehen sind unter anderem Arbeiten der Streetart-Künstler Joys, Peeta, Yama, Orion und made514.


Besonders die Rooftop-Terrasse lädt ein, die Modemetropole mit einem fantastischen Blick über die Stadt auf sich wirken zu lassen. Über ein richtig cooles Oldschool-Telefon kann man auch seine Bestellung aufgeben und seinen kulinarischen Wünschen freien Lauf lassen.


Ungewöhnliches Glücksritual

Angesichts der unglaublichen Menschenmassen liegt fast der Verdacht nahe, hier gäbe es etwas umsonst. Aber das Gegenteil ist der Fall. Die Kleidungsstücke und modischen Accessoires, die hier ageboten werden, wandern für zum Teil astronomische Summen über die Ladentheke. An der Nordseite des Domvorplatzes schließt sich mit der Galleria Vittorio Emanuele II nicht nur die älteste überdachte, sondern auch eine der wohl nobelsten Einkaufspassagen der Welt an.

Bei einem Besuch in Mailand, darf man eines nicht versäumen: die Galleria Vittorio Emanuele II.

Konkurrenz erhalten die Auslagen der Nobelgeschäfte durch eines der vielen wunderbaren Bodenmosaike. Gemeint ist jenes, das das Stadtwappen von Turin ziert – einer Metropole, mit der Mailand seit Jahr und Tag eine Hassliebe verbindet. Das Wappentier der Turiner ist ein Stier. Es heißt, es bringe Glück, wenn man in der Mailänder Galleria Vittorio Emanuele II seine rechte Ferse auf die Stierhoden setzt und sich im Kreis dreht, dreimal um die eigene Achse. Doch wo einst die Manneskraft des Stieres lag, klafft nun ein faustgroßes Loch, das den Fersen der Glückssuchenden zu verdanken ist.

Eine unerwartete Begegnung

Wir laufen aus der Galleria Vittorio Emmanuele II heraus auf die Via Tommaso Grossi als plötzlich eine Traube von Menschen vor uns steht. Neugierig wie wir sind, bleiben wir stehen und beobachten das Treiben. Ein paar Zuschauer halten ihre Handys hoch und filmen. Andere strecken ihre Köpfe und etwas zu sehen. Auf wen warten wir hier?

Plötzlich fangen Leute an mich zu fragen, was hier los ist – doch ich habe ja auch keine Ahnung. Doch dann höre ich eine Frau sagen: «Muse». Hier im Park Hyatt Hotel, soll anscheinend Muse übernachten und jeden Moment heraus kommen, denn auch zahlreiche verdunkelte Autos standen zur Abfahrt bereit. Und Tatsache: die Musiker kommen aus dem Hotel. Kurz gewunken, steigen sie aber auch schon geschwindt in die Autos ein und fahren davon. Innerhalb weniger Minuten war der Spuk dann auch schon wieder vorbei.


Il Duomo di Milano

Absolut beeindruckend wie der majestätische Dom in weißem Marmor erstrahlt. Für ein paar Minuten beobachten wir das Geschehen auf dem Platz: Das Posieren der Touristen vor dem Mailänder Dom, die Straßenverkäufer, die den Touristen Taubenfutter anbieten und das geschäftige Treiben des Alltags.


Vom Mailänder Dom zieht es uns dann doch in die Einkaufsläden Mailands. Hierfür berühmt ist die Via Torino. Eine Mailänder Einkaufsstraße mit vorwiegend jugendlichen Geschäften für Mode und Accessoires.

Irgendwann biegen wir von der Via Torino links ab in die Corso di Porta Ticinese. Die Straße ist vor allem Sehenswert wegen dem Porta Ticinese, die Säulen aus der Römerzeit Colonne di San Lorenzo sowie der Parco delle Basiliche – Park der Basiliken mit den bedeutenden Kirchen San Lorenzo und Sant’Eustorgio. Zudem lädt die Straße auch zum Einkehren ein mit den vielen süßen Cafés, kleinen Bars und Restaurants am Straßenrand.


Das Brera-Viertel

Hier herrscht Italien pur: Das Brera-Viertel ist ein altes Viertel mit vielen kleinen Gässchen und ist mittlerweile hauptsächlich Fußgängerzone. In den Straßen ziehen sich Restaurants aller Preisklassen, Bars, Eisdielen und lauter kleine süße Geschäfte und Ateliers.

Von allen Seiten hört man Eiswürfel klirren: Und so sitzen wir auch schon in der Bar Brera, umrahmt von zahlreichen Mailändern, bestellen uns einen Aperol Sprizz und bekommen dazu sogar noch einen Eimer Chips und eine Schale Pistazien.


Castello Sforzesco

An der Piazza Castello in Mailands Altstadt steht das Stadtschloss – vormals Festung und herrschaftliche Residenz der Herrscherfamilien Visconti und Sforza, heute Sitz mehrerer Museen. Neben dem Dom ist das Castello Sforzesco die Hauptattraktion in Mailand. Die meisten Mailänder jedoch nutzen es nur als Durchgang zum Parco Sempione, Mailands größter Parkanlage.

Der Sempione Park (im Stil eines englischen Landschaftsparks) ist die grüne Lunge mitten im Zentrum von Mailand. Große Wiesen, breite Wege, Teiche, Kinderspielplätze, Bänke und Cafés laden zum Verweilen oder zu einem kleinen Spaziergang ein.

In gerader Linie durch den Park, gegenüber dem Castello gelangt man zum Arco della Pace. Unter Napoleon Bonaparte, der im Jahr 1796/97 im Oberitalienischen Feldzug Mailand einnahm, wurde dieser Triumphbogen als neues Eingangstor nach Mailand errichtet.

Der Triumphbogen ist so ausgerichtet, dass Napoleon, wenn er aus Paris über dem Simplonpass kam, den Triumphbogen passieren konnte. Die Fertigstellung im Jahr 1838 erlebte Napoleon jedoch nicht mehr. Der Arco della Pace erhielt eine andere Bedeutung und erinnert an den Europäischen Frieden von 1815.


Nach dem wir mit der Bar Brera einen Tag zuvor schon einen echten Glücksgriff bewiesen hatten, wartet schon die nächste Bar auf unseren Prüfenden Blick. Nach einem anstrengenden Fußmarsch bei über 30 Grad, lassen wir uns in der Bar Magenta (Via Giosuè Carducci 13) nieder. Wenn ich schon in Italien bin, muss ich natürlich auch ein echtes Panini probieren. Die Bar, die bereits schon über 100 Jahre auf den Buckel hat, ist sogar – wie ich im Nachhinein erfahren habe – berühmt für ihre Paninis und entpuppt sich an In-Treff von Jung wie Alt.

Basilika Sant Ambrogio

Die Basilika St. Ambrogio ist eine der bedeutendsten und ältesten Kirchen Mailands. Die Ursprünge gehen bis in das Jahr 379 und die römische Herrschaft in der Lombardei zurück.


In der Basilika Sant Ambrogio lassen sich mehr Mailänder trauen als in jeder anderen Kirche der Stadt. Der Stadtpatron soll sie vor Krisen schützen und ihre Ehe besonders binden.


Das Navigli-Viertel

Flanieren wie in Venedig: Früher wohnten an den Kanälen Arbeiter und Handwerker, heute säumen Künstlerateliers, originelle Geschäfte, Cafés und Restaurants das Ufer. Abends verwandelt sich das Viertel dank Weinbars und Jazzlokalen in eine belebte Ausgehzone.

Ab dem frühen Mittelalter entstand in Oberitalien ein dichtes Netz befahrbarer Wasserwege, auf Italienisch «navigli». Im Zentrum befand sich die Handelsstadt Mailand, die damit Zugang zur Adria hatte. Dank den Kanälen konnte etwa der Marmor für den Mailänder Dom bis an den Bauplatz geschifft werden. Die meisten «navigli», die einst die Stadt durchzogen, wurden inzwischen zugeschüttet und dienen heute als Straße.

Eins hatte ich mir fest vorgenommen: In Mailand werde ich meine heißgeliebten Tortellini essen. Doch irgendwie gab es weit und breit keine Tortellini auf der Speisenkarte – so wurde es am letzten Abend eben Spaghetti Carbonara. Oh, und ich kann euch sagen: es ist war köstlich! Insgesamt das Restaurant, die Osteria Italiana (Via Napo Torriani 22), kann ich nur weiterempfehlen. Wir sind so umgarnt worden von den Kellern, das war ein Traum – und kulinarisch war das Essen selbstverständlich auch himmlisch.

Den letzten Abend lassen wir gemütlich mit einer Flasche Rosé auf der Dachterrasse unseres Hotels ausklingen und den Kurztrip noch einmal Revue passieren.

Aber Mailand braucht Geduld. Um die Stadt zu verstehen, reicht ein Wochenendtrip nicht. Wie sagte doch Schriftsteller Giorgio Fontana: «Mailand macht eben gerade aus, dass seine Schönheit jede Einordnung in einen Reiseführer verweigert.» – für unsere Zwecke haben die 2 1/2 Tage jedoch völlig ausgereicht. Das gute an Mailand: Die Stadt strotzt nicht so vor Sehenswürdigkeiten, denn die Stadt an sich ist eine. So war Mailand wohl einer der entspanntesten Städtetrips, die ich bisher erlebt habe.


Die Must-Sees auf einen Blick

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