31°C in Vienna

Paris mag für viele die Stadt der Liebe sein, Wien dagegen ist für mich die Heimat eines anderen ungleich sehnsuchtsvolleren Gefühls: der Wehmut. Wien ist der Mittelpunkt gleich mehrerer untergegangener Welten: Bollwerk des Abendlandes während der türkischen Belagerung, prachtvolle Barockstadt unter Maria Theresia, Zentrum der k.u.k.-Monarchie und gefeierte Jugendstilmetropole – das alles war einmal Wien, und wie in kaum einer anderen Stadt haben all diese Zeiten natürlich auch bis heute ihre Spuren hinterlassen

Eines nachmittags sitze ich mit einer sehr guten Freundin auf den Steinen vor dem barocken Brunnen am Gabelmann (wir Bamberger nennen ihn nur „Goblmoo“) mitten im Herzen von Bamberg. Wir sehen dem geschäftigen Treiben der Passanten zu und lauschen der Musik eines Straßenkünstlers. Gedankenverloren sage ich nur zu ihr „Ich wollte schon immer mal nach Wien“ – da schießt aus ihr heraus: „Ich auch!“ Da ist uns erst aufgefallen, dass wir noch nie zusammen im Urlaub waren. Warum eigentlich? … Das sollte der Vergangenheit angehören, denn ehe wir uns versehen, sitzen wir im Zug Richtung Österreich.

Das MuseumsQuartier

Nach knapp vier Stunden Zugfahrt sind wir da. Vom Hauptbahnhof kämpfen wir uns durch den Großstadtdschungel zu unserer Unterkunft. Über Airbnb haben wir uns eine schicke und vor allem preiswerte Bude ergattert, direkt im Wiener Trendviertel in der Burggasse (7. Bezirk).

Das MuseumsQuartier, kurz MQ, ist ein Areal im 7. Wiener Gemeindebezirk. Prominente Bestandteile sind das Mumok, das Leopold Museum und die Kunsthalle Wien.

Schon ein wenig k.o. von der Reise, lassen wir es uns allerdings nicht nehmen, den angebrochenen Tag noch sinnvoll zu nutzen. In der herrlich warmen Abendsonne erkunden wir den Bezirk unserer Unterkunft.

Über die Burggasse laufen wir ins Museumsviertel, das sogenannte „MuseumsQuartier“ oder wie der echte Wiener sagt: „MQ“. Das MQ ist übrigens mit rund 90.000 Quadratmetern und 60 kulturellen Einrichtungen nicht nur eines der weltweit größten Kunst- und Kulturareale, sondern mit seinen Innen­höfen, Cafés und Shops auch eine Oase der Ruhe und Erholung inmitten der Stadt.

Wir haben Kultur mal Kultur sein lassen und uns eher der Erholung gewidmet: Die sogenannten „Enzis“ sind seit November 2002 Möblierungsbestandteil des Innenhofs im MuseumsQuartier (siehe Bild oben, die lila Blöcke). Und ich muss sagen, es lässt sich dort super aushalten. Ich hätte dort den gesamten Abend noch liegen können.

Der Volksgarten

So gehen wir vom MQ weiter über den Museumsplatz zum Maria-Theresian-Platz – eingerahmt vom Natur- sowie dem Kunsthistorischen Museum. Am Burgring liegt ebenfalls der frei zugängliche Volksgarten Wien. Ein wunderschöner Park, der sich im Anschluss an den Heldenplatz und die Hofburggebäude befindet. Der perfekter Ort für eine kleine Pause. Überall verteilt auf der Wiese entspannen sich irgendwelche Leute und man hört, abseits von jeglichem Großstadttrubel, die Brunnen plätschern. Die romantische Kulisse ist nicht nur bei den Einheimischen beliebt – auch die Touristen tummeln sich hier.

Tipp: Der weiß strahlende Theseustempel inmitten der wunderschön gestalteten Parklandschaft ist besonders eindrucksvoll.

WIRR, Burggasse 70

Das WIRR entpuppte sich schnell als unser Lieblingslokal für die nächsten Tage. Direkt gegenüber unserer Unterkunft liegt das Lokal im Berliner Chic – also cool abgefuckt. Man kann dort nicht nur Frühstücken, sondern auch Abfeiern. Die Einrichtung ist alt, aber cool und an den Wänden findet man Kunst in unterschiedlichen Formen wie zum Beispiel in Form von Fotoausstellungen. Ich kann die Bar & Restaurant einem nur wärmsten Empfehlen!

Heldenplatz, Hofburg und Palmenhaus

Gestärkt von einem köstlichen Frühstück im WIRR, beginnt nun auch endlich unsere Sightseeingtour durch Wien. Der erste richtige Tag sozusagen in der wunderschönen österreichischen Hauptstadt.

Zwei Männer zu Pferd küren den Heldenplatz. Einer der beiden Helden, nach denen der Platz benannt ist, ist Erzherzog Karl, dessen Denkmal wurde 1860 enthüllt. 1865 wurde auch das zweite Denkmal vollendet, es stellt Prinz Eugen dar.

Mit der Enthüllung der beiden Denkmäler hatte der Heldenplatz dann auch sein politisches Programm: der Sieg über Napoleon und die siegreiche Türkenabwehr. Die Denkmäler von Erzherzog Karl und Prinz Eugen stehen damit für die zwei markantesten Großereignisse der österreichischen Geschichte. Mit den beiden Helden verbinden daher viele Österreicher Teile ihrer Identität.

Der Wiener Heldenplatz ist aber eben ein Ort mit außergewöhnlich vielen Fa­cet­ten. Zahl­reiche Touristen halten inne, um den Platz auf sich wirken zu lassen, die Fassade der Hof­burg zu be­wun­dern oder die Fiaker zu be­staunen. Mit seinen Museen, der National­biblio­thek und den Prunk­räumen, die für Ban­kette und Ball­ver­an­stal­tungen ge­nutzt werden, ist der Helden­platz ein wichtiger Ort der kulturellen Be­gegnung.

Die Wiener Staatsoper

Natürlich ebenfalls ein absolutes Muss auf unserer Sighseeingliste. Typisch Touri, aber was sein muss, muss sein: Die Wiener Staatsoper, das „Erste Haus am Ring“, ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt und befindet sich im 1. Wiener Gemeindebezirk.

Tipp: Einen besonders tollen Blick hat man von der Albertina aus – direkt gegenüber des Opernhauses.

Die Wiener Staatsoper ist eines der bekanntesten Opernhäuser der Welt. Die Wurzeln der Ballettakademie reichen zurück bis in das Jahr 1771.

„Wenn die Welt einmal untergehen sollte, ziehe ich nach Wien, denn dort passiert alles 50 Jahre später.“

Gustav Mahler, österreichischer Komponist

Die Karlskirche

Auffälliger Sakralbau mit mächtiger Kuppel: die Karlskirche, das letzte große Werk des barocken Stararchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach.

Mein persöliches Highlight: die Karlskirche. Das letzte große Werk des barocken Stararchitekten Johann Bernhard Fischer von Erlach. Und einer der schönsten Plätze der Stadt: der Brunnen vor der Barockkirche.

Hier ist echt was los. Viel Trubel und viele Leute, dennoch herrscht hier eine gewisse Idylle und Ruhe – einfach einmalig. Und um den Brunnen herum kann man wunderbar sitzen, trinken, tratschen, essen, lesen, lernen und und und.

Tipps für Musikfreunde: In der Karlskirche erklingen regelmäßig Kirchenkonzerte (Mozarts Requiem, Vivaldis Vier Jahreszeiten). In der Adventzeit erfüllt stimmungsvoller Gospelgesang den Sakralbau.

Der Stephansdom

Erst kürzlich sorgte ein Großbrand in der Pariser Kathedrale Notre Dame für Aufsehen und Erschütterung. Was jetzt vielleicht viele noch nicht wussten: Auch die österreichische Hauptstadt hatte bereits vor 74 Jahren mit Ansehen müssen wie mit dem Stephansdom das Herz von Wien brannte.

Feuer, das Plünderer in der Wiener Innenstadt legten, griff am 11. April 1945 auf den Stephansdom über. Am 12. fiel die Pummerin (größte Glocke Österreichs) zu Boden, am 13. stürzten Gewölbedecken ein. Kardinal Innitzer nach der Brandkatastrophe: „Wir werden den Stephansdom halt wieder aufbauen müssen“.

„Es gibt Orte, an denen der Himmel die Erde in besonderer Weise berührt. Für mich ist unser Stephansdom so ein Ort.“

Dompfarrer Toni Faber

Kaum ein Tourist kommt nach Wien und geht dann nicht in den Stephansdom. So gehen auch wir in die große und bekannte Kirche im Zentrum von Wien. Und als wäre es Schicksal:

„Privatkonzert“ im Stephansdom.

Als wir den Stephansdom betreten, liegt trotz der vielen Menschen eine andächtige Stillen zwischen den Mauern. Doch während wir noch leicht überfordert uns nicht entscheiden konnten, wohin wir zuerst schauen sollen, hören wir plötzlich etwas. Vorne im sogenannten Albertinischen Chor (rechts vom Altar) wird tatsächlich geprobt! Gänsehautmoment: Zahlreiche Touristen bleiben stehen und lauschen den klassischen Klängen. Was ich besonders beeindruckend finde: es sind nicht viele Chorsänger und doch nehmen sie mit ihren Stimmen die gesamte Kirche ein und ziehen zahlreiche Menschen in ihren Bann.

Das letzte Abendmahl in der Minoritenkirche

Würde die Minoritenkirche in einer anderen Stadt stehen, wäre sie bestimmt ein Touri-Hotspot. In Wien liegt sie ein bisschen abseits im Beamtenviertel, was ihre Schönheit keinenfalls schmälert – ich finde sogar eher noch hervorhebt. Die „Kirche der Italiener“ ist Hochgotik, ein Baustil, der in Ostösterreich selten vorkommt, war die Provinz viel zu arm für große Kunst. Ein besuchenswertes Kleinod!

Eine Besonderheit dieser Kirche besteht darin, dass das berühmte Gemälde „Das Letzte Abendmahl“ von Leonardo da Vinci hier als Wand-Mosaik zu bewundern ist – ein Muss für alle Fans des Da Vinci Codes.

Sachertorte im Demel

Der Demel – Es ist eine der bekanntesten Wiener Konditoreien, am Kohlmarkt 14. Also DER Touri-Hotspot schlechthin. Mit – wie sollte es anders sein – natürlich überteuerten Preisen. Ich bin eigentlich kein Freund von sowas, sondern suche lieber die geheimen Ecken, wo man auch die Einheimischen antrifft. Aber ich habe mir sagen lassen, wenn man schon mal in Wien ist, muss man da hin! Und wir hatten Glück: selbst kurzfristig konnten wir noch einen Tisch reservieren. Das kann ich auch jedem empfehlen, denn aufs gerade Wohl hingehen um einen Tisch zu ergattern: unmöglich.

An der Theke muss man sich aus einer phänomenalen Auswahl an Kuchen und Torten entscheiden. Wir entscheiden uns natürlich für ein Stück Sachertorte – und zusätzlich noch ein Stück für jeden des Kuchens seiner Wahl. Und ihr werdet es nicht glauben: die Sachertorte schmeckt beschissen. Ich war so enttäuscht, vielleicht waren aber auch meine Erwartungen zu hoch. Allerdings das Ambiente und der Kuchen, den ich mir aussgesucht hatte – die sogenannte Anna-Torte – sind dagegen so gut, dass es die Sachertorte wieder wett gemacht hat. Zudem haben wir einen Tisch mit direkten Blick in die Backstube bekommen. Eine Glaswand gewährt einen freien Blick, wie dort die Angestellten mit viel Liebe und Sorgfalt ihrem Handwerk nachgehen.

Ruprechtskirche: die älteste Kirche Wiens

Fast wirkt die Kirche wie eine Film-Kulisse, eingeschoben zwischen dem hektischen Treiben der City am Donaukanal.

Der Legende nach wurde sie im Jahre 740 begründet. Das römisch-katholische Gebäude mit dem Türmchen galt als Umschlag-Platz für Salz: Gewidmet dem Heiligen Ruprecht und damit dem Patron der Salzschiffer, wurde das weiße Gold hier an die Händler weiterverkauft.

Die römisch-katholische Ruprechtskirche ist die älteste in ihrer Grundsubstanz noch bestehende Kirche der Stadt Wien.

Der Kahlenberg

Vom Kahlenberg aus eröffnet sich ein traumhafter Panoramablick über Wien. Der Hausberg der Wiener überragt das Wiener Becken um gut 400 Meter und bietet einen absolut überwältigenden Blick auf Österreichs Hauptstadt. Bei klarem Wetter können in der Ferne der Schneeberg und sogar die Kleinen Karpaten in der Slowakei ausgemacht werden.

Tagesbar Waldemar, Altgasse 6

Das „Waldemar“, besticht nicht nur mit seinem hippen Innen-Design, sondern vor allem mit einer köstlichen Frühstücksauswahl.

Fast schon ein wenig versteckt, mitten in einem der schönsten Teile von Althietzing, findet sich die “Waldemar Tagesbar”. Nicht nur der klingende Name macht neugierig, auch der kleine aber feine Schanigarten vor dem Lokal sowie das industriell-puristische, aber gemütliche Design der Inneneinrichting laden definitiv zum Verweilen ein – wie ich finde.

Schloss Schönbrunn

Riesig, atemberaubend und naturnah – das Schloss Schönbrunn hat so einige Geschichten zu erzählen und verzaubert einen noch heute! Immer wieder bringt es mich zum Staunen.

Die wunderschöne Parklandschaft, das Palmenhaus, die Gloriette und der älteste, noch bestehende Tiergarten der Welt machen den Ausflug zum Schloss Schönbrunn für uns zu einem unvergesslichen Erlebnis. Vor allem schleppen wir uns seher von Bank zu Bank und von Schatten zu Schatten, da das Wetter es heute besonders gut mit uns meinte. Über 30 Grad treiben uns die Schweißperlen von alleine auf die Stirn.

„Wien ist anders.“

Slogan der Gemeinde Wien
Die Gloriette im Schlossgarten von Schloss Schönbrunn in Wien.

Die Gloriette

Besonders hin und weg bin ich von der Gloriette. Das imperiale Ambiente der Anlage und der traumhafte Blick auf das Schloss Schönbrunn sind einzigartig. Der lichtdurchfluteten, leichten Innenarchitektur gelingt es bestens, die Welt von gestern harmonisch mit dem urbanen Lebensstil von heute zu verbinden. Da fühlt man sich dennoch sofort in die Zeit von Kaiserin Elisabeth zurückversetzt.

Naschmarkt – und das Lokal NENI

Der bekannteste Markt in Wien sorgt für ein buntes kulinarisches Angebot von Wienerisch bis Indisch, von Vietnamesisch bis Italienisch. Der Naschmarkt hat sich zum Treffpunkt für Jung und Alt entwickelt. Der Flohmarkt am Samstag ist bereits Kult.

Auf dem Naschmarkt kauft vom Morgengrauen bis zum Sonnenuntergang ein bunt gemischtes Publikum Obst, Gemüse oder diverse Köstlichkeiten aus allen Ländern ein. In den mehr als 120 Marktständen finden auch immer mehr Szenelokale ihr Quartier.

Meine Meinung: Ich war etwas enttäuscht – ein unbedingtes Muss für einen Wien-Urlaub ist es für mich nicht.

Was sich allerdings lohnt: NENI! Es ist das einzige Lokal am Naschmarkt mit einem ersten Stock – und dementsprechend hat man einen guten Überblick über das bunte Marktreiben. Besonderheiten: Holzofen zum Brotbacken, Wintergarten (nicht direkt ans Lokal angeschlossen). Küche: israelisch, orientalisch, aber auch amerikanisch, karibisch.

Schloss Belvedere

Schloss Belvedere: Die Anlage mit ihrem weitläufigen Garten zählt zu den schönsten barocken Bauwerken der Welt.

Eigentlich ist das Schloss Belvedere kein einzelnes Schloss, sondern eine imposante Schlossanlage, bestehend aus zwei Schlössern: dem Oberen und Unteren Belvedere. Zwischen Oberem und Unterem Belvedere liegt ein riesengroßer, wunderschön angelegter Garten, der die beiden Schlösser zu einem malerisch-barocken Ensemble vereint. Heute dienen beide Schlösser als Museum für berühmte Gemälde. Bedeutende österreichische Künstler sind hier vom Mittelalter bis zur Gegenwart vertreten. Herzstück der Kunstsammlung des Belvedere bilden die 24 Gemälde von Gustav Klimt mit seinen goldenen Bildern „Der Kuss“ und „Judith“. Vor allem Klimts „Kuss“ ist weltberühmt.

Friedensreich Hundertwasser

In den 1980er Jahren geriet der 3. Wiener Gemeindebezirk etwas bunter. In dieser Zeit wurde hier ein Haus errichtet, das nicht nur durch seine äußere und innere Gestaltung auch heute noch aus dem Rahmen fällt. Der Künstler Friedensreich Hundertwasser gestaltete in dieser städtischen Umgebung eine in seiner Entstehungszeit höchst umstrittene Wohnanlage, die in unseren Tagen zu einer der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der österreichischen Hauptstadt gehört.

Die Müllverbrennungsanlage

Der Wiener Gemeinderat beschloss aus der Müllverbrennungsanlage in Spittelau ein Kunstwerk zu machen.

Die Wiener Kraftwerke sorgen nicht nur für saubere Energie, sondern sind aufgrund ihrer kunstvollen und innovativen Gestaltung auch Teil des Wiener Stadtbildes. Aus einem grauen und nüchternen Zweckbau gestaltete Hundertwasser nach einem Großbrand 1989 ein fröhliches Gebäude im Einklang mit Natur und Mensch. Die Architektur des Baus formuliert in aller Deutlichkeit: Hier ist jeder willkommen. Denn bereits von Weitem grüßen die bunten Fassaden mit ihren intensiv leuchtenden, kontrastreichen Farben und die markant am Ende des Kamins gesetzte goldene Kugel.

Die Müllverbrennungsanlage Spittelau von Öko-Architekt Friedensreich Hundertwasser wird nicht nur von außen fotografiert und bewundert, sondern auch von zahlreichen Schulklassen, Kunden und internationalen Delegationen besucht. Die Spittelau ist heute ein international viel beachtetes Beispiel, wie sich bei Zweckbauten Mensch, Natur und wirtschaftliche Ziele in harmonischen Einklang bringen lassen. Aktuell werden sogar spezielle Hundertwasser-Führungen angeboten.

Graffiti am Donaukanal

Die Stadt Wien hat mit den große graue Flächen am Donaukanal – mit der sogenannten „Wiener Wand“ – legale Flächen für Streetart geschaffen. Artists aus aller Welt, von Amerika bis Australien, schätzen das Flair des Kanals und reisen eigens nach Wien, um auf den Kaiwänden ihre Werke zu hinterlassen. Und während hier die Graffiti-Writer ganz legal ihre Sprühdosen zücken, zücken Touristen ihre Kameras.

Das Lucullus, Neulinggasse 29

Das Lucullus im 3. Bezirkt: Hier trifft Urlaubsfeeling auf kulinarische Genüsse.

Sommerlokal eines Catering-Unternehmens unter mediterran angehauchten Zelten, Lauben und Pagoden. Hier wird man auf eine kulinarische Weltreiseentführt – von regionalen Köstlichkeiten bis zu inter­nationalen Spezialitäten. Wie der Namenspatron, wird man hier selbst zum Lucullus. Jener alter Römer, der als außerordentlicher Genießer feinster Speisen berühmt geworden ist.

Ins Gespräch mit interessanten Menschen kommt man hier auch noch – ganz inklusive. Als wir mit unserem Essen einen Tisch im Garten einnehmen, gesellt sich auch schon ein Brite, der allein unterwegs ist, zu uns.

Der Zentralfriedhof

Zwischen Falco und Beethoven: Der bedeutendste Friedhof Wiens ist die letzte Ruhestätte für Menschen aller Religionen. Der Wiener Zentralfriedhof ist aber nicht nur Stätte der Totenruhe: Die Parklandschaft mit beeindruckender Flora und Fauna stellt einen Ort der Erholung und Besinnung dar. Auf Grund seiner vielen Ehrengräber zählt er nämlich auch zu einen der meist besuchten Sehenswürdigkeiten der Stadt Wien.

„Er hat die 71er genommen.“

Wiener Sprichwort, Wenn einer von ihnen „über den Jordan“ gegangen ist.

Mit fast 3 Millionen Menschen beherbergt Österreichs größte Totenstadt mehr Menschen als das Wien der Lebenden. Wie eine Stadt präsentiert sich das 2,5 Kilometer große Areal. Allerdings beinhalten nicht alle Gräber der V.I.P.-Abteilung auch denjenigen, der draufsteht. Manchmal handelt es lediglich sich um ein reines Denkmal.

Tür7, Buchfeldgasse 7

Außergewöhnlichste Bar in Wien: Tür7

Alle guten Dinge sind sieben: Das Lokal mit der Tür Nummer 7 funktioniert nach dem Modell eines Speakeasy Lokals wie in der Prohibitionszeit in den USA üblich. Also Achtung, hier muss man sich voranmelden ( (+43) 664 54 63 717: Die Telefonnummer am besten gleich einspeichern!) und dann am Eingang mit der Nummer 7 klingeln. Die Zahl 7 zieht sich durch das Konzept. Die Cocktailkarte besteht aus 7 Cocktails, die alle 7 Wochen gewechselt werden.

Kleines Café, Fenster Café und Gasthaus Kopp

Ein paar echte Geheimtipps habe ich noch für euch: Von einer echten Wiener Institution am Franziskanerplatz, über einen Wienerschnitzel-Insidertipp bis hin zu einem Kaffee aus einem Fenster, den noch nicht mal die Wiener selbst kennen.

Kleines Café, Franziskanerplatz

Das Kleine Café am Franziskanerplatz in der Wiener Innenstadt ist einer der schönsten Plätze Wiens, um der Welt zu entkommen. In der Mitte des Platzes sorgt der Mosesbrunnen für ein angenehmes meditatives Plätschern im Hintergrund und die Kirchplatzatmosphäre erinnert etwas an italienischen Urlaub.

Gasthaus Kopp, Engerthstraße 104

Diesen Tipp habe ich von einem guten Freund bekommen, der selbst mal in Wien studiert hat. Er preiste es als echten Geheimtipp an sowie „Urig und typisch unfreundliches Personal“. Zudem versicherte er mir, wenn ich zitieren darf: „dort sind fast nur Locals“, „das Schnitzel kostet die Hälfte als in den Touri-Abzocken im Zentrum und ist geschmacklich Weltklasse“. Und ich kann sagen: er hatte recht.

Das Lokal war brechend voll, nur mit Einheimischen. Doch in einem Punkt hatte er – zumindest als wir dort waren – unrecht: Uns bediente der Chef höchstpersönlich und war sogar recht witzig. Und ein Tipp von mir: unbedingt „Die 2“ bestellen (zwei große Schnitzel).

Gute Unterhaltung hatten wir zudem auch mal wieder. Mit an unserm Tisch saß ein Stammgast – durch seinen Wiener Dialekt verstanden wir zwar nur die Hälfte, das war ihm aber egal. Er erzählte uns Witze und stellte uns Rätsel wären wir genüsslich unser Schnitzel aßen und uns fragend anschauten.

Vienna from Piarazzi on Vimeo.

Fenster Café, Fleischmarkt 9

Ausgezeichneter Espresso für 1,20 Euro – so gewinnt man mein Herz. Wer guten Kaffee ebenso liebt, für den ist ein Besuch bei Sasha ein Pflichtpunkt bei einem Besuch in der österreichischen Hauptstadt.

Der Prater

Die Touristen besuchen meist nur den Vergnügungspark im Prater, der von den Wienern „Wurstelprater“ genannt wird. Das riesige Gelände zwischen Donaukanal und Donau wird dabei aber auch als Freizeit- und Erholungspark genutzt, als Sportgelände und auch als Messegelände.

Das berühmteste Fahrgeschäft ist das Wiener Riesenrad. Ein Wahrzeichen das man heute auf der ganzen Welt kennt. Bei einem Raddurchmesser von 61 Metern hat man in 65 Meter Höhe einen herrlichen Blick auf Wien. Ich kann nur sagen: Wer damit nicht gefahren ist, der war nicht in Wien.

Paternoster fahren

Der Kultlift im Wiener Rathaus: Stiege sechs, Nordeingang Felderstraße. Wer hier das Wiener Rathaus betritt, kann heute noch mit einem der wenigen Paternoster-Lifte Wiens fahren. Es ist einer der letzten Umlauflifte, die noch im Originalzustand erhalten sind. An zwei starken Ketten hängend, verrichtet der Paternoster seinen treuen Dienst. Die Kabinen sind in ständiger Bewegung, einsteigen kann man jederzeit. Warten? Nicht hier. Oben und unten wird der Paternoster dann über große Scheiben in den jeweils anderen Schacht gesetzt. Es gibt den Mythos, dass man bei der Durchfahrt einen Kopfstand hinlegen würde. Nach kurzem Zögern haben wir dann doch keine Risiken gescheut. Ich muss sagen, die Fahrt mit dem Paternoster war spannender und aufregender als jedes Fahrgeschäft auf dem Prater!

3 Kommentare

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