Den Pfefferkörnern auf der Fährte

Wer nicht den typischen Teeniewahnsinn von Schloss Einstein mitverfolgte, oder gemeinsam Krimifälle mit den Pfefferkörnern löste, hat in seiner Kindheit definitiv etwas verpasst!

Als Drehortstätte der legendären Kinder- und Jugendserie dient die Speicherstadt in Hamburg. Sie ist der weltgrößte, historische Lagerhauskomplex und steht seit 1991 unter Denkmalschutz.

So sitze ich an einem Samstag im Bus Richtung HafenCity. Doch bevor ich mich letztendlich auf die Spuren der Pfefferkörner in der Speicherstadt begebe, biege ich vorher noch einmal ab. Vorbei am idyllischen Nikolaifleet sehe ich schon mein Ziel, zwischen Häusern spitzt bereits die gläserne Fassade hervor: die Elbphilharmonie.

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Nikolaifleet

Nach knapp zehn Jahren ist sie endlich fertig! Perfektes Timing – passend zu meiner Pflichtpraktikumszeit in Hamburg. So bleibt mir nichts anderes übrig dieser architektonischen Meisterleistung einen Besuch abzustatten. Ich war leider nicht die einzige mit dieser Idee…

Eine riesige wartende Menschenschlange nimmt mich bereits auf der Brücke am Kaiserkai in Empfang. Sie alle stehen an um einen Blick in das Innere des Gebäudes zu erhaschen – inklusive stundenlanger Wartezeit davor. Ich muss zugeben, mich reizt es auch zumindest einmal in der Elbphilharmonie gewesen zu sein, denn bereits Konzerttickets für die kommenden Jahre sind restlos ausverkauft. Zu geizig 15,00 € für eine Konzerthausführung auszugeben bzw. zu ungeduldig mich für 2,00 € stundenlang nur für den Plaza-Besuch anzustellen, laufe ich an der unendlich erscheinenden Menschenschlange vorbei Richtung Wasser. Hier bin ich, nur wenige Meter vom Eingang entfernt, fast alleine. Abgeschieden von dem ganzen Rummel und dem Kindergeplärre entfaltet sich erst die ganze Schönheit, die das Gebäude ausstrahlt. Ein eigenartiger Flair breitet sich aus, der mich komplett in seinen Bann zieht und mich kurz alles um mich rum vergessen lässt.

Wie sich jetzt wohl noch ein Konzertbesuch anfühlt?! – Ich bezweifle nicht, dass sich das noch toppen lässt…

Wieder zurück im 21. Jahrhundert laufe ich den Kaiserkai zu Ende Richtung Speicherstadt. Wohin ich auch schaue: Backsteine, Backsteine, Backsteine. Hier muss ich wohl richtig sein! Ich laufe über Brücken, Stege, und wieder Brücken, vorbei an Backsteinhäusern und habe das Gefühl mich im Kreis zu drehen – alles schaut gleich aus!

Begeistert von der Architektur und der Atmosphäre, die einem hier unweigerlich begegnet, kommt mir plötzlich ein himmlischer Duft entgegen. Sofort nehme ich die Fährte auf. Ich folge dem verführerischen Duft und – natürlich! Wie sollte es anders sein: Ich stehe nun vor der Kaffeerösterei, ein Stück hanseatischer Kaffeegeschichte.

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Uralte Kaffeemühlen, Röstanlagen und haufenweise Kaffeesäcke schmücken die rustikal eingerichtete Kaffeerösterei im inneren eines alten Speicherbodens. Hier kann man den Kaffeeröstern über die Schulter schauen und direkt bei der Zubereitung dabei sein, während an der Theke Baristi Kaffee und Espresso zubereiten und nebenan in einem Shop auch Kaffeebohnen mit nach Hause genommen werden können.

Nach dem weltbesten, aber wohl auch dem teuersten Espresso meines bisherigen Lebens raffe ich mich wieder auf und verlassen den paradiesisch riechenden Speicherboden und setze meine Tour durch die Speicherstadt fort.

Über Brücken, vorbei an Schiffsschrauben und weiteren zahlreichen Backsteinhäusern macht sich langsam der Hunger bei mir bemerkbar. Hier in der Speicherstadt/HafenCity gibt es Unmengen an empfehlenswerten Restaurants. Da mir  aber meine geliebten Berge und das Almrausch-Feeling fehlen, entschied ich mich überraschend schnell – was sehr untypisch für mich ist! Ich musste einfach hier hin – darf ich vorstellen: das Wilde Fräulein.

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Hier gibt es nicht nur Kuhglocken, die als Lampen umfunktioniert wurden, sondern auch Skilifts als „Tischecke“. Ich dachte ich sehe nicht richtig – mein absolutes Highlight! Fast wie zu Hause, aber nur fast! Denn nirgends ist es so schön wie dort.

Nach einer deftigen Mahlzeit, einem Tee zum Aufwärmen und vielen vielen neuen Eindrücken mache ich mich wieder zufrieden auf den Nachhauseweg. Heute habe ich Hamburg wieder ein Stück mehr kennen UND lieben gelernt!

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