Eine 426,5 Meter lange Legende

Der alte Elbtunnel zwischen Landungsbrücken und Steinwerder: Eine Legende, die immer noch genutzt wird – und das in den unterschiedlichsten Formen. Ob Fußgänger, Radfahrer, Autos, ja sogar für Präsentationen und Veranstaltungen findet er Verwendung. So musste natürlich der alte Elbtunnel ganz oben auf meiner Sightseeing-Liste landen: einmal zu Fuß unter der Elbe entlang laufen! 

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Bei typisch hamburgerischen Wetterbedingungen mache ich mich auf den Weg zu den berühmten Landungsbrücken. Von weitem sehe ich bereits das markante Kuppeldach. Das Gebäude aus Steinen mit riesigen Portalen, Pfeilern und Giebeln erinnert mich zuerst an ein Bauwerk aus der Antike. Dahinter verbirgt sich jedoch ein Meisterwerk der Ingenieurbaukunst: der alte Elbtunnel.

Zwei Personenaufzüge, vier Fahrkabinen für Fahrzeuge und zwei Treppen mit je 132 Stufen führen die 24 Meter hinunter unter die Elbe.

Dort nimmt mich ein hell beleuchteter, beige gekachelter Tunnel in Empfang. Breit genug, dass ein Auto durchfahren kann, sowie zwei schmale Bürgersteige rechts und links. Hier führen 426,5 Meter unter der Elbe entlang auf die andere Uferseite nach Steinwerder.

Zur Betriebsaufnahme 1911 eine Sensation: der erste Unterwassertunnel auf europäischen Boden!

Der alte Elbtunnel war damals ein wichtiger Verkehrsweg, den heute vor allem  noch Fußgänger und Radfahrer nutzen, denn für sie ist er durchgängig geöffnet (Ausnahme: 31.Dezember, 21:00 – 04:00 Uhr).

Es riecht muffig, modrig und dazu ist es auch noch kalt! Doch das spielt keine Rolle mehr, sobald ich mich etwas genauer umschaue. Erst auf den zweiten Blick fällt mir die außergewöhnliche Architektur auf – denn der alte Elbtunnel ist nicht nur einfach ein Tunnel. Ich entdecke Plastiken an den Wänden, Reliefs mit Fischen und Muscheln, große Fenster, und die grüne Beleuchtung des Kuppeldaches.

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Bis auf ein paar Asiaten, die im Tunnel regelrecht ein Fotoshooting veranstalten und alle möglichen Posen ausprobieren, bin ich alleine. Froh im Trockenen zu sein, schlendere ich unter dem Wasser entlang Richtung Steinwerder und lasse die Models hinter mir.

Abgesehen von den vielen Baustellengeräte, Absperrungen und dem Baumaterial schaut es hier genauso aus wie auf der anderen Elbseite: Der gleiche Kuppelrundbau wie an den Landungsbrücken. Ich suche mir einen Weg aus dem Gebäude und lande schließlich zufällig direkt an einem Aussichtspunkt.

Hamburg versunken im Nebel. Vor mir eröffnet sich ein unvergleichlicher Ausblick auf die Hafenskyline: die Landungsbrücken, die Elbphilharmonie, sogar den Michel. Es muss nicht immer nur die Sonne scheinen, damit es einem die Sprache verschlägt.

Wie hat mir mal ein Hamburger erzählt… „Hamburg hat den schönsten grauen Himmel.“ – wo er recht hat, hat er recht.

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