Über 5.000 Stufen musst du gehen

Für mich einer der schönsten Flecken in Hamburg: das Treppenviertel von Blankenese! Rund um den Süllberg tummeln sich Wahnsinnsvillen, Fischerkaten und 4.864 Stufen. Hier spart man sich auch gleichzeitig die Squats am Abend!

Nach knapp 3 Monaten Bayern-Entzug merke ich wie sehr ich mich an das „platte“ Land im Norden gewöhnt habe. In Hamburg kannst du sehen, wer nächste Woche zum Mittagessen kommt – mit einer Ausnahme: Blankenese! Das ehemalige Fischerdorf ist bekannt für sein malerisches Treppenviertel rund um den Süllberg. Zwischen dem Kiekeberg und dem Strandweg führen knapp 5.000 Stufen treppauf, treppab. Dicht an dicht liegen hier imposante Villen, Reetdachkaten und altertümliche Fachwerkhäuser.

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Aber warum ist Blankenese mit diesem ollen Treppenviertel solch ein beliebtes Ausflugsziel, wohlbemerkt für Jung und Alt?! Wie immer ist es die romantische und idyllische Gegend – hier scheint die Zeit stehen zu bleiben. Gepaart mit dem gigantischen Blick vom Süllberg hinunter zum Elbstrand, sowie dem erstklassigen Ausblick auf das Treppenviertel.

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Ich schlängle mich durch die Häuschen, nehme den schmalsten Weg, den ich finden kann und erklimme Stufe um Stufe, Treppe um Treppe. Ich biege mal rechts, mal links ab, vorbei an kleinen Häuser, wilden Gärten und traumhaften Ausblicken auf Blankenese und die Elbe.

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So komme ich auch an einem der schönsten Postkartenmotiven Blankeneses vorbei: das 330 Jahre alte Fischerhaus. Wo früher noch Restaurantbetrieb war, befindet sich nun ein Museum sowie eine Begegnungsstätte für diverse Veranstaltungen und vielfältigen Programmen.

Ich schlängle mich weiter durch viele bunte Häuschen hinab zum Elbstrand. Das Wetter ist trüb und grau – typisch Hamburg – allerdings verschwamm all dies um mich herum als ich mit meinen Schuhen in dem weichen Sand versinke. Für ein paar Sekunden war ich wieder auf Mallorca.

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Hundegebell reißt mich aus meinem Tagtraum. Ich – der größte Schisser gegenüber Hunden, und diese Hunde ähnelten eher einem Kalb als einem Hund – bleibe wie angewurzelt stehen. Ich drehe mich um und plötzlich steht ein Mann neben mir. „Haben sie einen Hund dabei?“, fragt er mich. Ich antworte „Nein“ und muss schon fast lachen, weil nur der Gedanke daran absurd ist. „Kommst du aus Hamburg?“ – Wieder antworte ich mit „Nein“. Meine „Neins“ waren wohl eine inoffizielle Aufforderung mir alles über Blankenese, den Elbstrand die Fähren und Busse zu erzählen, was es nur zu erzählen gibt. Der ausgedehnte Monolog dieses netten Herren würde allerdings den Rahmen meines Blogs sprengen…

Bestens Informiert und auch mit einem Lächeln im Gesicht gehe ich wieder meine Wege entlang der Elbe, vorbei an Strandhäusern, Cafés und dem Blankeneser Leuchtturm Unterfeuer.

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Einsam erstreckt sich vor mir der Elbstrand. Der perfekte Ort die Seele baumeln zu lassen! Doch dann entdeckte ich erst eins und dann sogar zwei Schiffswracks. Welch spannende Geschichten diese wohl zu erzählen haben?

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Das Wrack des Motorschiffs „Uwe“ wurde 1975 auf der Elbe gerammt und vor Blankenese an den Strand geschleppt

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Seit 1926 liegen die Reste des finnischen Dreimastschoners „Polstjernan“ am Falkensteiner Ufer – als Wellenbrecher

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Nach dem ich genug über Waffenschmuggel, hinterhältige Matrosen, Piraten und die möglichen Szenarien, weshalb die Schiffe untergegangen sind, nachgedacht habe, mache ich mich wieder auf den Heimweg. Auf dem Höhenweg entlang der Elbe entdecke ich allerdings noch ein Schmuckstück, versteckt im hintersten Eck mitten im Wald von Blankenese: der römische Garten.

Nach einer kurzen Ansprache im grünsten Amphitheater Hamburgs geht es für mich auch schon wieder nach Hause…

 

2 Kommentare

  1. ist ja Zeit geworden, dass wieder etwas aus Hamburg kommt,
    Und das hätte ich auch gerne mal gesehen, sieht ja richtig schnuckelig aus
    das nächste mal kannst du ja deine Hund mitnehmen

    Gefällt 1 Person

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