Gin Basil Smash

Hier heißt es: Klingeln! Nur so wird einem Einlass gewährt…

Oder man macht es wie Alina und Ich. Kurz vor 19 Uhr stehen wir vor dem Le Lion. Nur mit Adleraugen würde ein Unwissender erahnen können, dass sich in diesem Gebäude eine Bar versteckt, denn nur eine schnell übersehbare Tafel mit „Le Lion“ eingraviert, könnte auf eine Bar hinweisen.

Wir stehen wenige Meter vom Hamburger Rathaus entfernt vor einer Tür, hinter der sich wohl eine der besten Bars Deutschland, ja laut dem Hamburger Abendblatt sogar eine der 50 besten Bars der Welt befindet. Etwas eingeschüchtert von der Atmosphäre, die das Gebäude ausstrahlt – und vor allem vom Türsteher, stehen wir einige Meter entfernt. Wir überlegen kurz ob wir nicht doch woanders hingehen sollten.

Gerade läuft ein Pärchen auf uns zu. Ich wittere unsere Gelegenheit: „Alina, wenn die jetzt rein gehen, hängen wir uns an die dran!“. Gesagt getan. Der Türsteher, der sehr elegant in seinem blauen Anzug aussieht, schließt die Tür auf und lässt das Pärchen hinein. Ein wenig skeptisch werde ich schon.

Dann sind wir an der Reihe. Alina hat den Dialog zwischen dem Pärchen und ihm mitbekommen und sagte gleich „Für zwei – und wir haben auch nicht reserviert.“ Unbeeindruckt von unserer Performance schaut er uns an und sagt „Wie alt seit ihr?“ – „Ich bin 23“ höre ich Alina sagen, als ich schon nach meinem Ausweis in der Tasche suche. „Ich bin auch 23“, sagte ich mit dem Wissen, dass er es mir sowieso nicht glauben würde. Ich fügte gleich hinzu „möchtest du meinen Ausweis sehen?“. Typisch Pia, erstmal den Türsteher dutzen! Aber er hält uns die Türe auf. Er folgt uns hinein und fragt „Wart ihr schon einmal hier?“ – „Nein“ antworteten wir im Chor. Begrüßt werden wir von zwei weiteren Männern. Wir werden gebeten unsere Jacken abzulegen, währenddessen erzählen sie uns etwas über die Bar und seine Geschichte.

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Die fensterlose Bar ist von Kopf bis Fuß durchdesignt und strahlt ein nobles Ambiente aus. Hier könnte man den nächsten James Bond drehen. Dresscode gibt es nach den Menschen, denen ich hier begegne anscheinen nicht – das macht die Bar umso mehr sympathischer. Trotzdem fühlen wir uns irgendwie noch etwas fehl am Platz.

Alina und ich entscheiden uns die Treppen hinauf zu gehen und oben nach einem Platz zu suchen. Genau noch zwei freie Plätze an der Bar. Sofort werden wir von einem freundlichen – und gut aussehenden – Barkeeper begrüßt. Er stellt uns zwei Gläser hin und füllt sie mit Wasser – umsonst! Währenddessen blättern wir in der Karte.

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Es gibt zahlreiche Spirituosen und leckere Cocktails – Pina Colada und Aperol Spritz sucht man hier jedoch vergeblich. Stattdessen gibt es Getränke, die ich so noch nie gehört habe, allerdings  mir schon vom Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen. Sogar für mich Anti-Alkoholiker gibt es leckere Limonaden!

Über Hamburg hinaus – sogar bis nach New York – ist ein Drink ganz besonders für Le Lion berühmt. Der Hausdrink „Coquetiez de Lion„, der zum Aushängeschild werden sollte, wurde es nicht. Es ist der „Gin Basil Smash“ geworden. Ein Sommerdrink auf Basis von Gin, dazu etwas Zucker und Zitronensaft mit einem wunderbaren Basilikumduft und -geschmack!

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Ich beobachte ein wenig die Leute, die hier im Le Lion sind. Die meisten sind zu zweit. Die Frau neben mir allerdings sitzt alleine an der Bar. Sie trinkt einen Drink nach dem anderen und unterhält sich angeregt mit dem Bartender. Das ist es was für mich eine Bar ausmacht! Ich komme mir vor wie in einer amerikanischen Serie, in der man jeden Abend in die Bar seines Vertrauens geht und den Barkeeper schon als seinen Freund bezeichnet.

Alina und ich nehmen unseren ersten Schluck. Da steht auch schon der Barkeeper auf der Matte und fragt freundlich wie es uns schmeckt, schenkt uns Wasser nach sobald das Glas wieder leer ist und spricht Small Talk mit uns – herrlich!

Nach meiner zweiten Limonade fragt er mich „Bist du die Fahrerin, oder trinkst du keinen Alkohol?“ – Ja, ich trinke zur Zeit keinen Alkohol. „Was macht Ihr heute noch?“ – Dadurch, dass wir heute nicht mehr viel machen und nur noch brav nach Hause gehen, ernten wir nicht nur vom Barkeeper, sondern auch vom Garderobenmenschen, der uns die gleiche Frage stellt, einen verwunderten Blick.

Wer in Hamburg ist, sollte sich definitiv die Zeit nehmen um hier auf ein Gin Basil Smash vorbeizuschauen. Eine Bar in der man die Zeit vergisst, abschalten kann und einfach in ein anders Jahrhundert versetzt wird. Eins ist sicher: Ein Ort, den ich nicht so schnell vergessen werde.

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