Hamburg auf den zweiten Blick

Bei „Hamburch“ denken die meisten vermutlich sofort an den Michel, die Elbphilharmonie oder an die Reeperbahn. Dinge, die sofort mit der wunderschönen Hansestadt in Verbindung stehen und auf der Sightseeing-Liste eines jeden Touristen ganz oben stehen. Doch bei mir heute nicht! 

Bei meinem heutigen Ausflug hab ich mal genauer hingeschaut und dabei die ein oder anderen „Geheimecken“ von Hamburg ausfindig gemacht und die Stadt auf dem zweiten Blick noch einmal von einer ganz anderen Seite kennen gelernt!

Startpunkt ist der Rathausmarkt. Für eine Großstadt ist es ungewöhnlich still, nur die Vöglein zwitschern und die Sonne breitet ihre Sonnenstrahlen über einen aus: Hamburg erwacht gerade zum Leben.

dsc06146

dsc06557

Vom Rathaus geht es über den Jungfernstieg, vorbei an der Alster zur Lombardsbrücke.

Ein Wartezimmer als Sehenswürdigkeit!

Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder man läuft mit offenen Augen durch die Welt und achtet auf die Kleinigkeiten, oder man weiß wonach man sucht und läuft gezielt dort hin: zum Dampfboot Wartezimmer unterhalb der Lombardsbrücke. Ich laufe die Uferpromenade der Binnenalster bis zum Ende. Über dem verschlossenen gusseisernen Gitter entdecke ich den Schriftzug. In schwarzer Schrift steht dort „Dampfboot-Wartezimmer“ geschrieben. Risse ziehen sich durch den Stein, hier und da blättert ein Stück Hamburger Geschichte ab. Was für eine Geschichte verbirgt sich dahinter?

Einziges noch erhaltenes „Dampfboot-Wartezimmer“

Ab dem 15. Juni 1859 bedienten Dampfer regelmäßig die Haltestellen Jungfernstieg, Rabenstraße und Auguststraße – so wurde für die wartenden Passagiere auch ein „Wartezimmer“ in den Außenpfeilern der Brücke eingebaut. Bis 1881 wurde das „Dampfboot-Wartezimmer“ genutzt, danach wurde es durch ein Wartehäuschen ersetzt. Zu Beginn des 2.Weltkrieges wurde der Anleger schlussendlich stillgelegt – d.h. das Warten auf einen Alsterdampfer würde heute nicht mehr belohnt werden. Das Betrachten dieses Hamburger Bauwerks allerdings allemal!

dsc06180

Meine Reise durch Hamburgs Geschichte geht weiter. Nächster Halt: die Hl. Dreieinigkeitskirche im Herzen von St. Georg. Die Anfänge der Kirchengemeinde St. Georg gehen bis zu einer kleinen Kapelle im ausgehenden Hochmittelalter zurück. Mitte des 18. Jahrhunderts entstand dort eine Barockkirche, die in der Nacht zum 25. Juni 1943 durch Bombenangriffe zerstört wurde. 1957 kam es zum Wiederaufbau. Nur noch das auf der Nordseite erhaltene Barockportal erinnert an die Anfänge und fügt sich in die neu gebaute Kirche ein.

Georg Philipp Telemann hat 1747 zur Einweihung der Kirche sein Oratorium „Heilig ist Gott“ komponiert und uraufgeführt

Die vielen Eingänge erinnern an die Konzerttradition der zerstörten Barockkirche. Noch heute locken zahlreiche Konzerte viele Besucher in die drei unterschiedlichen Konzerträume!

Den Platz vor der Kirche ziert die Kalvarienberggruppe. Sie kennzeichnet das Ende eines Kreuzweges, der vom Dom bis nach St. Georg führte. Darüber hinaus finde ich ein besonderes Kunstwerk vor: „Schiffsplanken“, so heißt das Werk des 1999 verstorbenen Künstlers Horst Hellinger am St.Georgs Kirchhof. Es besteht aus 24 rostigen Schiffsblechen, die den Niedergang der Werften symbolisieren.

Vor bei an der Außenalster begebe ich mich auf ganz neues Terrain Richtung Eilbek. Hier in diesem von gefühlt tausenden weiteren Stadtteilen Hamburgs befindet sich der Eilbekkanal. Zwischen dem bekannten „Grüngürtel“ – von dem im Winter zur Zeit wenig zu sehen ist – gibt es meinen wahr gewordenen Traum: Wohnen auf dem Wasser. Die wenigen Hausboote, die hier liegen sind die ersten und wie es scheint sollen weitere folgen! Papa, wie wärs?! So ein kleines Hausboot wäre schon drin, oder?

dsc06290

Doch zu dem Zeitpunkt wusste ich nicht, was mich gleich noch erwarten wird. Bei meiner Tour durch das Wohnviertel und bereits auf meinem Heimweg genieße ich noch ein wenig die Sonne als ich plötzlich etwas entdecke. In Uhlenhorst auf der Finkenau steht wohl das ungewöhnlichste Kirchengebäude, dass ich je gesehen habe: zwischen zwei Wohnhäusern steht das strahlend weiße Gebäude der katholisch-apostolischen Gemeinde – und das seit 102 Jahren.

Ein Bild, dass mich eher an New York erinnerte. Und doch bin ich mitten in Hamburg – unglaublich. Unglaublich faszinierend!

dsc06306

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss – mein Highlight am Ende einer tollen Tour durch Hamburg!

3 Kommentare

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: