Auf die Plätze, Fertig, Los!

Am 25. September war es soweit. Tausende Menschen gingen am 43. BMW Berlin Marathon an den Start. Pünktlich um 9:15 fiel der Startschuss und die Massen setzten sich in Bewegung – und ich mittendrin!

Nein, Nein! Ich bin natürlich nicht als Läuferin dabei gewesen – obwohl das auch sehr interessant wäre, da hätte ich auch gleich mal die medizinische Versorgung testen können. Nach meinem Palma de Mallorca Debüt im Oktober 2015 hatte ich mich diesmal für einen Job am Marathontag beworben. Als Volunteer war ich auch mittendrin im Geschehen.
Schon um 7:30 sollte ich mich am Verpflegungspunkt beim 25. Kilometer melden. Für die Presse- und Social Mediaabteilung war ich leider zu spät dran – dort als Volunteer zu arbeiten wäre natürlich für mich unglaublich gewesen! Aber man ist sich ja für nichts zu schade, also habe ich den verdörrten Läufern Wasser und Obst gereicht – dieser Job ist eben auch durchaus wichtig! Und somit habe ich sogar noch eine tolle Jacke von adidas bekommen…

Adidas hat natürlich nur S, M und (X)XL mitgeliefert. Also bekam ich statt einer Jacke ein orangefarbenes Zelt. Nach einer kurzen Begrüßung von Horst, dem Teamleiter, ging es auch schon los. Wir stellten die Tische und Bänke auf, teilten uns in Teams auf, schleppten Kisten von A nach B und bereiteten alles weitere für die kommenden Läufer vor. Ich wurde den Energy Drinks zugeteilt. Ich war auch gleich der erste Tisch – ein Fehler! Aber das erwies sich erst später… Wir füllten die Wannen mit Wasser und mischten den Isodrink fertig. Füllten das Getränk in die Becher und stellten sie in einem ordentlichen Abstand auf die Tische. Fertig! Wir präparierten noch die Vorderseite der Tische mit Kartons und zogen uns Müllsäcke über die Beine… es könnte Nass werden, wurde mir gesagt…

Pünktlich zum Startschuss war alles vorbereitet. Bei uns kommen die ersten Läufer allerdings erst um 10:30 Uhr an. Das heißt: Zeit zum Frühstücken. Von den Obstständen bekamen wir Äpfel und Bananen und wurden mit Tee versorgt, denn es war doch recht kalt – und warteten auf die Marathonläufer.

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Und dann kam schon die erste Gruppe – nach 1 Stunde und 12 Minuten!

Berlin Marathon from Piarazzi on Vimeo.

Noch war das Feld sehr entzerrt. Wir hatten noch genug Zeit den Läufern die Becher bestmöglich hinzuhalten um wenig Zeit zu verlieren. Manche hatten noch Atem „Danke“ zu sagen. Andere wiederum waren so energiegeladen, dass nachdem sie sich den Becher geschnappt hatten, wohl mehr als die Hälfte rausgeschwappt war. Das hört sich jetzt auch etwas merkwürdig an, aber ich war stolz als der erste Läufer sich meinen Becher geschnappt hatte.

Doch von Minute zu Minute kamen mehr und mehr Menschen. Innerhalb weniger Sekunden war unser ganzer Tisch leergeräumt, wir kamen mit dem Zubereiten von den Energy Drinks nicht mehr hinter her, wechselten uns ab: einer Mixte, der anderer befüllte die Becher. Kaum stand ein voller Becher auf dem Tisch war er auch schon wieder weg. Dann wurden uns die Becher schon – kaum aus der Wanne und gefüllt – aus den Händen gerissen. Einige beschimpften sich, da sie im Weg standen. Andere wiederum waren freundlich und waren einfach nur happy dabei zu sein.

Wir als erster Iso-Tisch hatten alle Hände voll zu tun, bis Horst kam und sagte „wir sollen langsamer tun“ – die hinteren Tische waren nämlich noch voll. Jetzt merkte ich auch wie warm mir war. Nach zwei Stunden konnte ich mir endlich meine verschwitzte Jacke ausziehen, die ich unter meinem orangefarbenen Zelt trug. Setze mich mit den anderen Volunteers, die die Tische neben mir hatten auf eine Bank und schauten dem Treiben zu.

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Es wurde auch langsam mal wieder weniger. Und ich sah jetzt erst das ganze Chaos. Die Volunteers begannen schon damit die Becher vom Mittelstrich auf die Straße zu kehren. Die ersten Autos kamen vorbeigefahren und haben Schilder eingesammelt, gefolgt von Bussen, die sich um die Läufer kümmerten und diejenigen mitnahmen, die das Ziel in der vorgegebenen Zeit nicht mehr erreichen werden.

Ich beobachtete das alles von meiner Bank. Ich war richtig fertig, als ob ich selbst am Marathon teilgenommen hätte.

Bei so viel sportlicher Motivierung werde ich mich am 05.Oktober wohl oder übel auch für den Bamberger Weltkulturerbe-Lauf anmelden! Mal schauen wie lange meine Motivation anhält und ich hoffe ich kann mich bis dahin für eine Strecke entscheiden. Was meint ihr: die 4,4 km oder die 10,9 km?

 

Berlin Marathon – Timelaps from Piarazzi on Vimeo.

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